Donnerstag, 15. Januar 2015

Freedom for Raif Badawi

Last May, the Saudi Arabian blogger Raif Badawi was sentenced to ten years in prison, 190,000 Euro fine and 1,000 lashes. The latter should be enforced, spread across 20 Fridays, that is: Every Friday 50 lashes over a period of almost five months. 2008, Badawi founded the website "Free Saudi liberals". 

Badawi has been convicted for alleged blasphemy and "insult of Islam". According to Amnesty International , Badawi did nothing wrong "than to have dared to create a public forum for debate". In Spring 2014, Raif Badawi's lawyer was also put in jail. According to Human Rights Watch, Walid Abu Kheir was sentenced to 15 years in prison and a heavy fine. In the Press Freedom Index of "Reporter Without Borders" Saudi Arabia ranked number 164 of the 180 listed countries. Last year, Badawi's wife and the three children left Saudi Arabia for Canada. 

The Badawi case is a cruel message to the people of Saudi Arabia. The Wahhabi Salafist dictatorship fears for its existence. There is unrest in the Saudi Kingdom, which takes place behind closed doors. On 5 January, jihadist fighters from Iraq entered Saudi Arabia and killed three border guards. The rebellion in Yemen also represents a major threat to the country. The future of the Saudi dictatorship looks grim. An "Islamic State" without the control over the holy places of Islam doesn't make much sense. The Saudi leadership is ailing and calcified. But real hope for reform is not in sight because the line of succession takes place in camera. A successor can only be a Wahhabi fundamentalist from the house of Saud.

Saudi Arabia is considered one of the closest allies of the US Empire. Saudi Arabia ranks just behind Israel. The first because of its oil and its support for financing Islamist fundamentalism all over the globe, against which the US can wage a never ending war, and for its role as a bulwark against Islamic "terrorism". "Islamic terrorism" has one financial root: Saudi Arabia and the other Arab Emirates that US vice president Joe Biden once mention, before he had to apologize for his gaffe.

It hasn't been reported that either the US or other Western countries have called for the release of Raif Badawi. The most sickening hypocrisy represented the participation of the Saudi ambassador in the protest march against the killing of 17 Frenchmen in Paris. At the same time, Badawi received 50 slashes in public. One female protester confronted the ambassador with a sign "Je suis Raif Badawi". However, the participation of the ambassador should not surprise anyone, as long freedom of speech is a controversial issue in the West. the Saudis are all for it because nobody talks about the suppression of expression in Saudi Arabia. Some of the perpetrators of terror marched in the front row. Former French president Nikolas Sarkozy, who with David Cameron from Great Britain order the attack against Libya, even forged ahead from the third row to the first in order to walk besides Israel's Prime Minister Binyamin Netanyahu, who according to Israeli media was not even invited to the event. 

It is time for all those “leaders” who declared themselves for freedom of expression to call for the release of Raif Badawi.

First published here, here, here, herehere and here.

Mittwoch, 14. Januar 2015

Terror "Expert" Industry on behalf of the US Empire

After the Parisian terror attacks the global media outlets were flooded by so-called terror experts. What they had to say, represents political and ideological images, which should gloss over the brutal policy of the US Empire and its European client states against Muslim people. The term terrorism was already used by the Zionist colonizers against Arab resistance already in the late 1920s, and it's in use until today. The US neoconservatives also used the term to legitimize their terror policy in Afghanistan, Iraq, Libya, Syria, Yemen an Northern Africa. 

Listen to the interview on "Democracy Now" what the investigative journalist Glenn Greenwald and Lisa Stampnitzky from Harvard University had to say about "Terrorism" and its " Experts", most of them are dilettantes or political quacks. The terrorism rhetoric is used to legitimize the perpetrators and blame the victims because they have the guts to fight back against a superior attacker.

Montag, 12. Januar 2015

Je ne suis pas Charlie Hebdo: Je suis Ahmed!

Marschieren nicht bis auf Bush und Blair die Verursacher der Gewalt gegen den Islam in der ersten Reihe?
Die Ermordung der Redaktionsmitglieder der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo", der Polizisten und der Geiseln im jüdischen Supermarkt in Paris war ein grauenvolles Verbrechen. Die Massendemonstration gegen diese Terroranschläge in Paris war dagegen Ausdruck einer Betroffenheitskultur und hatte nur am Rande mit Pressefreiheit zu tun, denn dafür stand die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" nicht. 

In diesem Trauermarsch, der von den Verursachern dieser Malaise angeführt worden ist, haben nur noch George W. Bush und Tony Blair gefehlt. Nikolas Sarkozy, der auf Geheiß eines kriegslüsternen französischen Philosophie-Professors, den Überfall auf Libyen angeordnet hatte, drängte sich doch tatsächlich von der dritten in die erste Reihe. Wollte er seinem israelischen Bruder im Geiste näher sein, der laut israelischen Medienberichten gar nicht eingeladen worden war? Er kam in Begleitung seiner rechtsextremen Kabinettsmitglieder Lieberman und Bennett. Netanyahu hörte auch gar nicht auf, seinen Fans zuzuwinken. Es schien, als befände er sich auf Wahlkampftour. Folglich musste auch der Repräsentant der Palästinenser, Präsident Abbas, in der ersten Reihe mit marschieren. Die Frage, warum Obama nicht mit marschiert ist, ist müßig. Waren nicht alle relevanten Akteure gegen den Islam präsent?

"Charlie Hebdo" trägt als Untertitel "Journal Irresponsable", und dies zu Recht. Ebenso unverantwortlich hat sich auch der Chefredakteur gegenüber seiner Umwelt verhalten, als er schrieb: "Ich habe keine Angst vor Repressalien. Ich habe keine Kinder, keine Frau, kein Auto, keine Schulden. Das klingt jetzt sicherlich ein bisschen schwülstig, aber ich sterbe lieber aufrecht, als auf Knien zu leben." Nein, diese intellektuelle Verworrenheit ist nicht "schwülstig", sie ist schlicht verantwortungslos. Als politische Monade kann man solch einen politischen Unfug äußern, aber nicht wenn man Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern und der Öffentlichkeit trägt. Auch mit der internen Meinungsfreiheit scheint es nicht soweit her gewesen zu sein. Ein Mitarbeiter, der einen Israel-kritischen Artikel veröffentlicht hatte, wurde gefeuert.

Jetzt ist nicht nur Stéphane Charbonnier "aufrecht" gestorben, sondern auch seine Kollegen, sein Leibwächter, ein Polizist (Ahmed Merabet) und ein unbeteiligter Passant. Hatten sie möglicherweise Kinder, Frauen, Autos oder Schulden, wie sein Leibwächter, der 48-jährige Franck Briinsolaro, der gerade die Chefredakteurin einer Lokalzeitung geheiratet hatte? Das Paar hat eine einjährige Tochter. Der bereits angeschossene Polizist Merabet wurde von seinen "Glaubensbrüdern" regelrecht hingerichtet. 

Die Zeichner von Charlie Hebdo, die jahrelang islamophobe Hetze als offensichtliche Provokation betrieben haben, werden jetzt als Märtyrer für die “freie Meinungsäußerung” gefeiert. Sollen vielleicht weiter Menschen für blasphemische Karikaturen sterben, weil einige meinen, damit die Pressefreiheit zu verteidigen? "Charlie Hebdo" hat mit seiner Pressepolitik Rassismus, Xenophobie, Islamophobie und ausschließlich die so genannten westlichen Werte verteidigt, die die Menschen aus der "Dritten Welt" scheinbar nicht "wertschätzen" und anscheinend immer noch nicht verstanden haben. Mit dieser Art "Meinungsfreiheit" hat die Satirezeitschrift die Probleme des Westens gegenüber der islamischen Welt noch verschärft, anstatt sie zu bekämpfen, wie sie vorgegeben hat. Das Magazin ist Teil des Kulturkampfes des Westens gegen den Islam. Es zeichnete sich durch eine erbärmliche Missachtung und Respektlosigkeit gegenüber dem Islam aus.

Wer die Sender CNN, BBC oder France 24 eine längere Zeit über sich hat ergehen lassen, hatte das Gefühl, einer Gehirnwäsche ausgesetzt zu sein. Alle Facetten des Terroranschlages wurden bis ins kleinste Detail ausgeleuchtet, aber die Frage aller Fragen wurde nicht gestellt: Welches sind die wahren Ursachen des "islamischen Terrors" gegen den Westen und wem nützen diese Terroranschläge? Niemand erwähnte die Terrorpolitik des US-Imperiums und seiner westlichen Vasallen gegenüber Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Jemen, Mali und anderen Staaten Afrikas.

Unmittelbar nach den Anschlägen präsentierten die Medien alle "Beweise". So sollen die Attentäter "Allahu Akbar" gerufen haben, was einer Visitenkarte für islamistische Terroristen gleichkommt. Einer der Täter hat seinen Personalausweis im Auto vergessen. Auch von einem der 9/11-Attentäter wurde neben den pulverisierten Twin-Towers der Pass gefunden. In Paris soll einer der Täter gesagt haben, sie kämen von Al-Kaida im Jemen. Spekuliert wurde sogar darüber, ob der von den USA im Jemen im September 2011 durch eine Drohne getötete US-Staatsbürger Anwar Al-Awlaki noch persönlich den Auftrag für den Anschlag in Paris erteilt habe. 

In einem funktionierenden Rechtsstaat findet üblicherweise eine gründliche Ermittlung des Tathergangs statt, bevor man Ergebnisse präsentiert. In diesem Fall spielten Untersuchungsergebnisse keine Rolle wie weiland bei den 9/11-Anschlägen. Auch hier wurden nach 15 Minuten die Endergebnisse via Massenmedien unumstößlich präsentiert. Für kritische Journalisten würden aber jetzt erst die Fragen und die Recherche beginnen. Oder haben alle kritischen Geister "Gladio" und die Verwicklung westlicher Geheimdienste in Terroroperationen in Europa vergessen? Heutzutage ist kein Terroranschlag ohne der Frage nach der Rolle der Geheimdienste mehr möglich. Warum wird plötzlich der Terroranschlag auf dem Münchner-Oktoberfest nach 35 Jahren erneut aufgerollt, wo doch alles geklärt schien? Welche Rolle spielten die deutschen Geheimdienste beim NSU-Terror gegen muslimische Mitbürger? Honni soit qui mal y pense! (Ein Schuft, wer Böses dabei denkt.) 

An die politische Klasse in Europa ist die Frage zu richten: Wo waren die Protestmärsche der "Millionen", als US-amerikanische Hellfire-Raketen ganze Hochzeitsgesellschaften in Afghanistan und Pakistan pulverisiert haben? Wo war der Massenprotest, als WikiLeaks die kaltblütige Ermordung von irakischen Zivilisten aus einem Apache-Kampfhubschrauber veröffentlicht hat? Das einzige, was der Obama-Administration dazu einfiel, war die Strafverfolgung von Julien Assange, in dem man ihm eine "Sexaffäre" durch die schwedische Justiz anhängen ließ, um seine Auslieferung aus Großbritannien nach Schweden zu erzwingen. Wo waren die Protestmärsche gegen die israelischen Massaker an der Zivilbevölkerung des Gaza-Streifens 2008/09 (1 400 Tote) und 2014 (2 100 Tote)? Wo bleiben die Proteste gegen den Drohnen-Terror des US-Imperiums gegen unschuldige Zivilisten in Afghanistan, Pakistan und Jemen? Es scheint, dass der Wert des Lebens eines nicht-Weißen weniger wert ist als der eines weißen Europäers oder eines White Anglo-Saxon Protestant (WASP).

Seit der Verhängung der Sanktionen gegen den Irak im Jahr 1991, durch die alleine 500 000 Kinder gestorben sind, hat das westliche Militärbündnis Millionen von Muslimen in diesen Ländern getötet und deren Länder total verwüstet, und dies alles wegen einer Schnapsidee: der Verteidigung der Freiheit am Hindukusch. Warum ist man verwundert, dass die Menschen in der "Dritten Welt" sich gegen ihre Eliminierung und die Verhöhnung ihrer Religion zur Wehr setzen? Wahllos ließ das US-Imperium Unschuldige in Guantanamo und anderen "Black Holes" einkerkern und foltern. Andere wurden gekidnappte und in muslimische oder ehemalige Ostblockdiktaturen verbracht, wo sie von lokalen Auftraggebern gegen Bezahlung gefoltert worden sind. 

Die Konsequenz von "Je suis Charlie" wird die Umwandlung des EU-Europas in einen Polizei- und Überwachungsstaat à la USA sein. Die "Meinungsfreiheit", die "Charlie Hebdo" angeblich verteidigt hat, wird das erste Opfer sein, weil nach wie vor nicht über die wirklichen Ursachen des vom Westen verbreiteten Terrors in der islamischen Welt diskutiert wird. "Je suis Ahmed" hätte ein Signal an die Muslime in aller Welt sein können. Dieses Zeichen war aber nirgends zu sehen. So dürfte sich "Je suis Charlie" als Zeichen der Verachtung für den Islam ins Bewusstsein der Muslime weltweit einprägen.

PS. Und die Polit-Heuchler trugen sogar für Minuten Trauer!

Erschienen auch hier.

Freitag, 9. Januar 2015

Charlie Hebdo: Who is to Blame?

Carlos Latuff.
Two Muslim killers wiped out the whole editorial team of the satirical weekly "Charlie Hebdo" at noontime in Paris on Wednesday, January 7, 2015. This cold-blooded murder is an indefensible crime. The killers were said to claim that they have "avenged the Prophet Mohammad". And that they have shouted "Allahu Akbar", the usual war cry also of fake Islamist terrorists. Have they committed their heinous crime in the name or in defense of Islam? Charlie Hebdo has a long history of angering Muslims with cartoons, but it caricatured also all religions. 

Western politicians designated the event as an attack on freedom of press and freedom of speech, or on all of us. French President Francois Hollande declared that France will not be intimidated and would not give up its freedom. Was the satirical magazine really a guardian of freedom of press or just a so-called critical magazine, which justified the US-led aggressions in the Muslim world in the name of human rights? Minutes before the attack, the magazine had tweeted a cartoon about the leader of the Islamic State. 

It seems as if the Islamic fanatics reflected the brutal religious war being waged in Iraq and Syria and perhaps soon in Yemen and Saudi-Arabia, too, which is going to effect the Western world. The wars of the US Empire and its willful allies against the Muslim world are a hotbed for Islamic radicalism. The scenario follows a tit for tat logic. The atrocities, committed by Bush, Blair, Sarkozy and Hollande, played right in the hands of modern jihadists. The only remedy to stop the ride into the abyss is to terminate the war against the regime of Bashar al-Assad and face the fundamentalist Saudi-Arabian dictatorship head-on. 

France is a "stalwart ally" of the US-led war against the so-called Islamic State (IS or ISIL), as US President Obama's press secretary, Josh Earnest, announced and he added "We know they are not going to be cowed by this terrible act." The US-led Western coalition has been killing Muslims by the Millions and ravaged their countries since their attack on Afghanistan and Iraq. Are the European-born jihadists who return from their "adventurers" in Syria, Iraq and elsewhere considered the blowback of the murderous wars of Western imperialism waged in Afghanistan, Iraq, Libya, Syria, Yemen or Mali? 

France and Great Britain were leading the attack on Libya, and France was at the helm when an attack on Syria was in the pipeline. The former President Nikolas Sarkozy got the order to raid Libya from a bellicose philosophy professor via mobile, and President Hollande tried to drag Obama in another military adventure in Syria. The war against ISIL, which is a US and Saudi-Arabian creation in order to break up both countries, will continue to promote the alienation between the Muslin world and the West. The consequence of these wars are European jihadists moving to the Middle East and taking part in the "clash of civilizations", which was also an invention by US intellectuals in lieu of a lack of a bogeyman after the disappearance of Soviet-style communism. 

In promoting the Islamic enemy image, "Charlie Hebdo" was not the real model of freedom of speech. It was rather one of many mouthpieces of a predominant trend all across Europe that is racist, islamophobic, xenophobic and exclusively Western value-oriented. This arrogant attitude is now bearing terrible fruit. Nevertheless, the question remains: Who benefits from it? Cui bono?

First published here, herehere and here.

Freitag, 2. Januar 2015

Felicia und Mieciu Langer feiern Eiserne Hochzeit

65 goldene Ehejahre: Mieciu und Felicia Langer in Tübingen.
Wer ist heutzutage schon 65 Jahre mit ein und demselben Partner bzw. Partnerin verheiratet? Die Langers leben nun schon fast 25 Jahre in Tübingen. Diese Stadt kann sich glücklich schätzen, dieses Paar in seinen Mauern wohnen zu haben. Neben dem Oberbürgermeister Boris Palmer sind Felicia Langer und ihr Mann Mieciu wohl die bekanntesten Tübinger. 

Ihr Leben ist alles andere als ein orientalisches Märchen aus Tausend und eine Nacht, obgleich es sich von 1950 bis 1990 im Nahen Osten abgespielt hat. Der Überfall der Nazis auf Polen machte die Familie Langer zu Flüchtlingen. In der Sowjetunion überlebte nur Felicia und ihre Mutter. Der Vater starb in den Kerkern Josef Stalins. Alle anderen Mitglieder ihrer Familie, die nicht geflohen waren, wurden von den Nazis umgebracht. 

Nach ihrer Rückkehr aus der Sowjetunion kam es in einem Wohnheim für jüdische Waisen in Krakau zu einer schicksalhaften Begegnung: Hier begegnete Felicia-Amalia ihrem späteren Ehemann Mieciu Langer. Der zwanzigjährige hatte mehrere Konzentrationslager überlebt. Seine gesamte Familie fiel der Nazi-Barbarei zum Opfer. Als er der 17-jährigen seine "Liebe für das ganze Leben gestand", fiel sie fast in Ohnmacht, da sie ja noch studieren wollte. 

1949 heirateten Felica und Mieciu in Breslau, und 1950 wanderte das Paar zusammen mit Felicias Mutter nach Israel aus, wo ihr Sohn Michael 1953 geboren wurde. Seit 1959 studierte sie Jura an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Zwei Jahre vor dem israelischen Präventivangriff auf seine arabischen Nachbarn, dem so genannten Sechstagekrieges vom Juni 1967, eröffnete sie ein Anwaltskanzlei. Mit dem Beginn der seit 47 Jahren andauernden Besatzung palästinensischen Landes verteidigte Felicia Langer Palästinenser vor israelischen Militärgerichten, so genannten Känguru-Courts, deren Urteile stellen bis heute eine Verhöhnung des Rechts dar. 

Frustriert von der Travestie des Rechts in Israel schloss sie 1990 ihre Anwaltskanzlei und ging ins Exil nach Deutschland. 2008 erhielt sie die deutsche Staatsbürgerschaft; ihre israelische konnte sie behalten. In Israel sah sie sich unzähligen entwürdigenden Angriffe ausgesetzt, die sich in Deutschland durch Vertreter der zionistischen Lobby fortsetzen sollten. Von diesen rechtszionistischen Extremisten, von denen kaum einer für längere Zeit in Israel gelebt hat, maßen sich einige an, israelischer als die Israelis sein zu wollen und glauben, eine Israelin über ihr Heimatland belehren zu müssen; welch eine Hybris. 

Zu ihrer niederträchtigsten Hochform lief die zionistische Lobby noch einmal anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse durch Bundespräsident Horst Köhler an Felicia Langer im Juli 2009 auf. In einer beispiellosen Hetzkampange verstiegen sich einige Zionisten sogar zur Erpressung des Bundespräsidenten, indem sie drohen, ihr Bundesverdienstkreuz zurückzugeben, wenn Köhler bei seiner Entscheidung bliebe. Einige dieser Lobbyisten schickten ihr Verdienstkreuz tatsächlich an das Bundespräsidialamt zurück, die nicht so mutigen dagegen behielten es. Am 31. Mai 2010 trat Köhler von seinem Amt überraschend zurück. 

Neben dieser Ehrung, die für das Lebenswerk und die Aufklärung der Deutschen über die wirklichen Zustände in Israel erfolgt ist, wurden Felicia Langer noch andere Ehrungen zuteil. So erhielt sie den Alternativen Nobelpreis, den sie für bedeutsamer hielt, weil den so genannten Friedensnobelpreis einige ehemalige Terroristen und Kriegsverbrecher erhalten hätten. 

Die deutsche politische Öffentlichkeit hat von dem Wirken der Langers sehr profitiert. In unzähligen Vorträgen und mehreren Büchern haben beide umfassend über die brutale Besatzungspolitik Israels informiert. Dass Felicia Langer jemals auch nur im entferntesten einen Vergleich zwischen der israelischen Besatzungspolitik und dem Holocaust angedeutet habe, gehört genauso zum Repertoire der zionistischen Hasbara (Propaganda) wie die Behauptung, sie habe den israelkritischen Aussagen des ehemaligen iranischen Präsidenten Ahmadinedschad zugestimmt. Beide Lügen dienten der Lobby ausschließlich dazu, Frau Langer öffentlich weiter zu diskreditieren. 

In Abwandlung der Binsenweisheit, dass hinter einem erfolgreichen Mann immer eine starke Frau stünde, trifft das Gegenteil im Falle der Langers ebenfalls zu. Miecius Solidarität und Liebe waren wohl die größte Unterstützung für Felicia Langer, damit sie ihre aufopferungsvolle Tätigkeit seit über 25 Jahre machen kann. 

Im Gegensatz zu Felicia hat Mieciu Langer erst im fortgeschrittenen Alter begonnen, Vorträge über sein Leben vor Schulklassen zu halten. Grundlage war das Buch: "Miecius später Bericht: Eine Jugend zwischen Ghetto und Theresienstadt", das von seiner Frau verfasst worden ist. Mieciu Langer konnte in seinen Vorträgen durch seine Schilderung von Einzelschicksalen sein Auditorium nicht nur überzeugen, sondern auch in seinen Bann ziehen. 

Das Alter fordert von beiden seinen Tribut. Die deutsche Öffentlichkeit kann nur hoffen, dass beiden "Sto Lat" (Hundert Jahre) beschieden sein werden, oder sie die "Himmelshochzeit", wenn nicht in Tübingen, dann andernorts erleben werden.

Erschienen auch hier

Shame on University of Pennsylvania (U of Penn)

The disinvitation of Chris Hedges is a slap in the Face of Benjamin Franklin, Founder of  the University of Pennsylvania.
As a former Graduate student of International Relations at the U of Penn I'm appalled by the disinvitation of Chris Hedges, a renowned newspaper correspondent and highly awarded writer, because of his courage to speak out against Israel's brutal occupation of Palestine. Hedges was supposed to speak at a conference in April on prospects of peace in the Middle East on campus. 

Usually, a university forum is supposed to be the best place in an open society to discuss theses that don't make headlines in the mainstream media, especially, when they allude to Israel's destructive role in the Middle East. In a good article on "truthdig" , Hedges compared ISIS to Israel. "ISIS, ironically, is perhaps the only example of successful nation-building in the contemporary Middle East, despite the billions of dollars we have squandered in Iraq and Afghanistan. Its quest for an ethnically pure Sunni state mirrors the quest for a Jewish state eventually carved out of Palestine in 1948. Its tactics are much like those of the Jewish guerrillas who used violence, terrorism, foreign fighters, clandestine arms shipments and foreign money, along with horrific ethnic cleansing and the massacre of hundreds of Arab civilians, to create Israel. Antagonistic ISIS and Israeli states, infected by religious fundamentalism, would be irreconcilable neighbors. This is a recipe for apocalyptic warfare. We provided the ingredients." 

A leader of the student association, Zachary Michael Belnavis, denounced Hedges, which led to his disinvitation. Hedges was characterized as not "suitable" as "a co-existence speaker based on this stance he’s taken”. U of Penn is a predominantly Jewish university. Why doesn't the student association invite the untamed Zionist Alan Dershowitz as a co-speaker? Perhaps this showdown would be a real treat for the audience! 

Chris Hedges gave the only possible answer to this empty talk by this Zionist student body: “Being banned from speaking about the conflict between Israel and Palestine, especially at universities, is familiar to anyone who attempts to challenge the narrative of the Israel lobby (...) This is not the first time one of my speaking offers has been revoked and it will not be the last.” The Zionist Lobby is the greatest threat to free speech in the United States of America and worldwide. 

Hedges tried to cut his losses admitting that he believes in coexistence between Israel and the Palestinians. He spoke out against violence on both sides and condemned Hamas' rocket attacks on Israel as war crimes. He even mentioned the truism of Israel's right to exist that is required by international law and UN resolutions. If Hamas's rocket attacks are considered "war crimes" by Hedges, how would he evaluate the horrific attack and massacre inflicted by the Israel army on the imprisoned and defenseless people of Gaza last summer? 

Hedges self-defense seems to confirm the allegations of this informer, but Hedges did not need to justify himself because everything he wrote in the above mentioned article is correct. It seems that there is no remedy against the calumnies of the Zionist lobby, not even the truth.

First published herehere and here.

Donnerstag, 1. Januar 2015

Das Afghanistan-Abenteuer - eine Erfolgsgeschichte?

Afghanistan - a Success Story!?
Nach 13 Jahren Krieg in Afghanistan haben sich die Besatzer "offiziell" wie Diebe in der Nacht davongeschlichen. Die Übergabe der "militärischen Verantwortung" von den Besatzern an die Besetzten erfolgte in Form einer Flaggenübergabe durch subalterne Militärs. Kein führender westlicher Politiker ließ sich bei diesem entwürdigen Schauspiel blicken, weil es bei einer Niederlage nichts zu feiern gibt und keine Durchhalteparolen gefragt waren, für die Politiker so berühmt und berüchtigt sind. 

Die Freiheit des Westens, die angeblich am Hindukusch verteidigt werden sollte, ist dort zu Grabe getragen worden. Das mächtigste Militärbündnis der Welt musste nach 13 Jahren geschlagen von Dannen ziehen, besiegt von den Taliban, das heißt vom afghanischen Volk. Die Taliban stehen nur als Synonym für Widerstand gegen Fremdherrschaft und Besatzung. Die westliche Allianz ist der Schimäre des "Kampfes gegen den Terrorismus" von George W. Bush und seiner neokonservativen Bande und Oligarchie von Bankstern aufgesessen. Die Ursachen dieses "Terror" wurden erst durch die USA und Saudi-Arabien geschaffen. 

In Afghanistan haben sich schon andere Besatzer versucht und sind gescheitert: Die Griechen, die Mongolen, die Briten, die Sowjets und schließlich die US-Amerikaner samt ihrer westlichen und anderen Vasallen. Wie schrieb bereits Theodor Fontane in seiner Ballade "Trauerspiel Afghanistan": 

"Die hören sollen, sie hören nicht mehr,
Vernichtet ist das ganze Heer, 
Mit dreizehntausend der Zug begann, 
Einer kam heim aus Afghanistan." 

Über 170 Jahre und kein bisschen weiser, könnte man den westlichen Okkupanten ins Stammbuch schreiben. Dieses Mal kamen mehr als nur ein Soldat aus Afghanistan zurück, weil man früher abgezogen ist. 13 Jahre hat man Soldaten geopfert und Milliarden von US-Dollar und Euros am Hindukusch Warlords und einer korrupten Politikerklasse in die Taschen gesteckt, und immer noch glauben die verantwortungslosen Politiker, sie hätten eine Heldentat vollbracht, indem sie die westliche Freiheit in Afghanistan verteidigt hätten. Wie man weiland die "kommunistische Gefahr" in Vietnam besiegen wollte, wobei fast 60 000 US-Soldaten gefallen sind, von den Millionen Vietnamesen, die für ihre Freiheit und Unabhängigkeit des Landes gekämpft und Gott sei Dank gesiegt haben, gar nicht zu reden. 

Die "Siegeszüge" des freien Westens für nichts und wieder nichts sind mit Zig-Millionen Toter gepflastert. Da es sich aber um Menschen aus der "unterentwickelten Welt" handelt, werden sie nicht gezählt. Nur die gefallenen Aggressoren werden registriert und geehrt. Wie zynisch ist das eigentlich? Für dieses unverantwortliche politische Abenteurertum müssten die Verantwortlichen vor dem Internationalen Strafgerichtshof wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt werden. Aber vor diesem westlichen "Gerichtshof" wurden bisher nur kleine "Schurken" aus der "Dritten Welt" zur Rechenschaft gezogen. Die Bushs, Blairs, Aznars und ihre subalternen Helfershelfer befinden sich immer noch in Freiheit und scheffeln durch ihre Vorträge über ihre Verbrechen Millionen von US-Dollar. 

Die so genannten westlichen Werte sind in Afghanistan und in den Ländern der arabischen Welt ebenfalls zu Grabe getragen worden. Der demokratische Westen hat sein wahres Gesicht gezeigt, indem er Unschuldige massenweise gefoltert oder sie durch andere Verbrecherregimes hat foltern lassen. Hunderte wurden über Jahrzehnte ohne Anklage und Prozess in Gefangenenlager weggesperrt. Tausende wurden durch Drohnen und Apache-Kampfhubschrauber liquidiert, und zwar nicht nur durch das US-Imperium, sondern auch durch die britischen Vasallen. 

Der demokratische Westen hat jeglichen Kredit verspielt. Durch die barbarischen Methoden hat er kein Recht, andere Länder zu Schulmeistern und diese auf die Einhaltung des Völkerrechts hinzuweisen, welches der Westen seit 2001 mit Füßen tritt und verachtet. Das Kriegsvölkerrecht wurde auf dem Müllhaufen der Geschichte in Afghanistan entsorgt, denn dies gilt im Krieg. Mit dem Argument, im Krieg gelten andere Gesetze, ist eine US-amerikanischer Erfindung. Wenn das US-Imperium gegenüber Russland auf Völkerrecht pocht, ist das purer Zynismus und löst nur Hohngelächter aus 

In der Tat, der Westen hat auch bescheidene Erfolge in Afghanistan erzielt. Millionen von Kindern wird die Möglichkeit geboten, Schulen und Universitäten zu besuchen. Dies können sie nur, solange die Besatzer weiter im Lande bleiben. Auch wurden Straßen gebaut, auf denen man nur in Begleitung eines schwer bewaffneten Militärkonvois reisen kann. Dagegen ist die Burka nach wie vor allgegenwärtig. Karl Lagerfeld hat noch keine Fashion Show in Kabul veranstaltet. Solange sich die so genannte afghanische Regierung und deren westliche Unterstützer und Berater hinter hohen Mauern verbarrikadieren müssen, ist die westliche Besatzung auf der ganzen Linie gescheitert. Die Regierung muss sich vor dem eigenen Volk verstecken, um so etwas wie "regieren" vorzutäuschen.

Die so genannten Militärberater, die weiterhin das Land besetzen, sind umkostümierte Kampftruppen, die, falls die regulären afghanischen Truppen mit den Taliban nicht fertig werden, die Sache bereinigen werden. In Afghanistan ging es nie um Demokratie, Freiheit, Menschenrechte und all die anderen Trugbilder westlicher Politiker, sondern um geostrategische, machtpolitische und finanzpolitische Interessen der herrschenden Klasse in den USA. Das US-Imperium ist in Afghanistan eingefallen, um den Kampf der Taliban gegen den Opiumanbau zu stoppen. Die US-Finanzoligarchie in New York City hatte dadurch monatlich etwa 300 Millionen US-Dollar verloren.


Bisher ist nicht bekannt, dass es dem US-Imperium jemals um Menschrechte ging, sonst wären die USA schon längst in Saudi-Arabien einmarschiert und hätten die dortige Diktatur gestürzt. Die wahabitisch-salafistische Ideologie, die von den Saudis über die Koranschulen in Pakistan und weltweit verbreitet wird, ist die Ursache vieler Probleme, die der Westen mit der muslimischen Welt hat. Hinzu kommt die Indoktrination neokonservativer Ideologen, die das Feindbild Islam geschaffen haben. 

Der "Erfolg" des Westens in Afghanistan ist auf Treibsand gebaut. In einigen Jahren könnten die Taliban das Land wieder durch ihre primitive Theokratie "regieren" und alles würde wieder von vorne beginnen. Der Westen sollte die zukünftigen Machtkämpfe in diesem Narko-Staat aber örtlichen Warlords überlassen. Dies hätte er bereits 2001 tun sollen, dann wäre er nicht im afghanischen Morast versunken. Für die sinnlos gefallenen Soldaten tragen die Politiker die Verantwortung, und sie sollten zur Rechenschaft gezogen werden. Die Lehre für die Europäer sollte lauten: Traue und folge nicht den geopolitischen Machenschaften des US-Imperiums, weil es den nächsten Konflikt bereits geschaffen hat, und zwar in der Ukraine.