SADAKA - The Ireland Palestine Alliance produced a timely video highlighting the brutality of the Israeli occupation forces with the Christmas carol Silent Night, Holy Night. The city of Bethlehem prepares for a scaled-down Christmas celebration in the face of continuing Israeli violence. Visitors who attend the Christmas celebrations in occupied Palestine should protest against Israel's brutal and racist occupation regime. Without sanctions the "two-state solution" is stone-dead. Why do the US and its European satellites preach the world human rights and democracy, while they approve of the Israeli occupation, repression and the massacre of Palestinians at the same time?
Mittwoch, 16. Dezember 2015
Dienstag, 15. Dezember 2015
Eine Partei "neuen Typs" huldigt Merkel
| Polit-Szene aus vorurdenklichen Zeiten. |
Die Noch-Merkel-CDU hat einen Parteitag hingelegt, von dem ein Erich Honecker nur geträumt hätte. Mit Realitätsverweigerung ist dieser Auftrieb von knapp über 1000 Parteifunktionären noch milde umschrieben. In einem Leitantrag zur Flüchtlingskrise wurde von einer spürbaren Senkung der Flüchtlingszahlen geschwafelt, als ob sich die Flüchtlinge nach Parteitagsbeschlüssen richten würden. Dieser weltfremde Antrag wurde dann auch mit 1000 Ja-Stimmen angenommen, nur unter Protest wurden die zwei Nein-Stimmen von Pastor Hintze registriert. Die Katerstimmung wird nach Silvester umso größer sein.
Wie Merkel affin die CDU-Funktionäre sind, zeigte ein zehnminütiger frenetischer Applaus, der gar nicht mehr enden wollte. Eine solche Huldigung ihrer Altvorderen haben selbst SED-Parteitage nicht zustande gebracht. Auch CSU-Chef Horst Seehofer gab ein Gastspiel. Der "Bayrische Löwe" hatte in Karlsruhe Kreide gefressen und landete als Bettvorleger vor Merkels Füßen. Seehofer hatte wohl in der "SZ" gelesen: "Merkel führt, die Partei folgt." Oder anders gewendet: Die Merkel-CDU in ihrem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf. Vielleicht aber das Volk.
Wie immer intonierten die CDU-Funktionäre zum Abschluss die dritte Strophe des Nationalhymne. Realistischer wäre das "Lied der Partei" gewesen.
Donnerstag, 10. Dezember 2015
Israel and Turkey Laundering ISIS Oil
The Western imperialist powers started a martial bombing campaign against ISIS, at least rhetorically. Instead of taking on Turkey and Israel, two major trading partner with ISIS, the US Empire and its client states do not want to defeat ISIS completely. After the Russians started bombing the oil trucks, the US joint in half-heartedly, because they didn't want to hurt the truck drivers! Usually, the US is not being known as a humanitarian bomber as the Afghans or the Iraqis can tell. The bombing of the oil trucks is going to put pressure on Turkey and Israel to stop their cooperation with ISIS. Both countries play a dubious game. The Western war coalition should clarify their policies towards Israel and Turkey. Do they support ISIS or the West? The West doesn't want to defeat ISIS but President Bashar al-Assad and install a Western puppet regime in Damascus like in Kabul.
The interesting interview with Vijay Prashad on The REAL News Network.
Dienstag, 8. Dezember 2015
Hillary Clinton - the Next Bought US President?
| Multimilliardär Haim Saban und Hillary Clinton. |
Von Hillary Clinton können die meisten deutschen Politiker in punkto Israel-Unterwürfigkeit noch viel lernen. Wer sich die Rede anhört, die Clinton vor dem Saban Forum am Brookings Institute gehalten hat, kann sich ausmalen, was auf die Palästinenser und die Iraner zukommt. Clintons Rede vermittelt den Eindruck, als sei sie auf Benyamin Netanyahu Mist gewachsen. Die BDS-Aktivisten können sich auf starken Gegenwind einstellen, wenn diese zionistische Parteigängerin US-Präsidentin werden sollte. Sie nannte BDS gegenüber Norman Brownstein, einem Anwalt aus Denver, "sehr heimtückisch".
Gegenüber Clintons Israel-Lobpreisungen hören sich Donald Trumps Vorschläge über den Nahen Osten geradezu rational an, sieht man von seinen sonstigen bizarren Aussagen über Migranten oder US-Muslims ab. Trump hat einen großen Vorteil gegenüber Clinton: Er lässt sich von der zionistischen Lobby nicht kaufen; dies hat er vor der "Republikanisch-Jüdischen Koalition" deutlich gemacht. "You won’t vote for me because you can’t own me”. In ihrer Israel-Servilität könnte Clinton nur noch von dem republikanischen Kandidaten Mario Rubio übertroffen werden, der "perfekten kleinen Marionette" von Sheldon Adelson, wie ihn Trump genannt hat.
Clinton blendet völlig die brutale Besatzungsrealität und Terrormaßnahmen der israelischen Regierung gegenüber dem unterdrückten und geknechteten Volk der Palästinenser aus. Von Besatzung sprach sie schon gar nicht. Auch auf Iran werden unter ihrer Präsidentschaft schwere Zeiten zukommen. Unter Clinton liegt die militärische Option wieder auf dem Tisch. Sie tat in ihrer Rede alles, um sich vom Iran-Abkommen zu distanzieren. Dass sie Netanyahu schon am ersten Tag als Präsidentin ins Weiße Hause einladen will, überrascht niemanden. Netanyahu wird ihr dann bestimmt einen Wunschzettel mit Aufträgen als Gastgeschenk überreichen. Warum BDS den US-Kampf gegen Terrorismus beeinträchtigt, dürfte ihr und Netanyahus Geheimnis bleiben; der israelische Ministerpräsident redet denselben Unsinn daher. BDS mache die amerikanisch-israelische Allianz "unverzichtbarer denn je". Sie rückte die BDS-Bewegung in die Nähe des "Antisemitismus".
"As Secretary of State, I called out systemic structural anti-Israel basis at the UN and fought to block the one- sided Goldstone report particularly at a time when anti-Semitism is on the rise across the world especially in Europe. We need to repudiate efforts to malign and undermine Israel and the Jewish people. The boycott, divestment and sanctions movement known as BDS is the latest front in this battle. Demonizing Israeli scientists and intellectuals, even young students, comparing Israel to South African apartheid, now no nation is above criticism. But this is wrong and it should stop immediately."
Clinton erwähnt nicht die Grenzen von 1967. Den arabischen Politikern schrieb sie ins Stammbuch, ihr eigenes Haus in Ordnung zu bringen und nicht alle eigenen Probleme auf den ungelösten Nahostkonflikt zu schieben. Wenn Israel und die USA Seite an Seite stünden und eine vereinigte Front gegenüber der Region und der Welt bildeten, dann "können wir den Bedrohungen und Herausforderungen unserer Zeit gerecht werden". Die Frage drängt sich zwangsläufig auf: Warum brauchen die USA dann überhaupt andere Alliierte außer Israel? Beide Kolonialmächte könnten doch dann das von ihnen angerichtete Chaos im Nahen und Mittleren Osten militärisch alleine lösen.
Ob die Basis der Demokratischen Partei auch so denkt wie die Amazone Hillary Clinton? Ob die Basis diese servilen und voreingenommen Ausführungen gutheißen wird, wird sich schon bald zeigen. Hatte Donald Trump nicht Recht mit seiner Aussage, dass niemand einem Kandidaten haufenweise Geld für seinen Wahlkampf gibt, ohne dafür etwas als Gegenleistung zu erwarten? Hier die "butt-kissing"-Rede von Clinton.
Die bunte Truppe der Kandidaten der Republikanischen Partei überbieten sich derweil in ihrem Israel-Fanatismus. So betätigt sich Mike Huckabee als Spendensammler für die völkerrechtswidrigen Siedlerkolonien in der Westbank. Von Rubio oder Ted Cruz gar nicht zu reden. Hört man die Reden dieser Truppe, glaubt man, sie alle kandidierten für das israelische Parlament. Es scheint nur israelische Interesse und keine amerikanischen zu geben. Falls es letztere geben sollte, dann sind sie höchstens deckungsgleich mit ersteren.
In Deutschland scheint es nur noch graduell besser zu sein. Im 50. Jahr der Aufnahme diplomatischer Beziehungen wurde deutscherseits ein Propagandafeuerwerk abgebrannt, das die schlimmsten Erwartungen bestätigt hat. Der Gipfel der Jubel-Veranstaltungen fand zwischen dem deutschen Justizminister Heiko Maas und der israelischen Justizministerin Ayelet Shaked statt. Allen Ernstes diskutierte man über "gemeinsame Werte", die angeblich beide Länder verbinden sollten. Dass es zwischen einer Demokratie und einer rassistischen Ethnokratie keine gemeinsamen Werte geben kann, sollte einem Justizminister allemal klar sein. Die israelische Justizministerin gehört zum äußersten rechten Rand der israelischen politischen Klasse, und ihre rassistischen Aussprüche über die Palästinenser sind legendär.
Führende deutsche Politiker werden mit Ehrungen, Auszeichnungen und Doktortiteln seitens der zionistischen Lobby geradezu überhäuft. Wann ist Heiko Maas an der Reihe?
Auch hier.
Die bunte Truppe der Kandidaten der Republikanischen Partei überbieten sich derweil in ihrem Israel-Fanatismus. So betätigt sich Mike Huckabee als Spendensammler für die völkerrechtswidrigen Siedlerkolonien in der Westbank. Von Rubio oder Ted Cruz gar nicht zu reden. Hört man die Reden dieser Truppe, glaubt man, sie alle kandidierten für das israelische Parlament. Es scheint nur israelische Interesse und keine amerikanischen zu geben. Falls es letztere geben sollte, dann sind sie höchstens deckungsgleich mit ersteren.
In Deutschland scheint es nur noch graduell besser zu sein. Im 50. Jahr der Aufnahme diplomatischer Beziehungen wurde deutscherseits ein Propagandafeuerwerk abgebrannt, das die schlimmsten Erwartungen bestätigt hat. Der Gipfel der Jubel-Veranstaltungen fand zwischen dem deutschen Justizminister Heiko Maas und der israelischen Justizministerin Ayelet Shaked statt. Allen Ernstes diskutierte man über "gemeinsame Werte", die angeblich beide Länder verbinden sollten. Dass es zwischen einer Demokratie und einer rassistischen Ethnokratie keine gemeinsamen Werte geben kann, sollte einem Justizminister allemal klar sein. Die israelische Justizministerin gehört zum äußersten rechten Rand der israelischen politischen Klasse, und ihre rassistischen Aussprüche über die Palästinenser sind legendär.
Führende deutsche Politiker werden mit Ehrungen, Auszeichnungen und Doktortiteln seitens der zionistischen Lobby geradezu überhäuft. Wann ist Heiko Maas an der Reihe?
Auch hier.
Sonntag, 6. Dezember 2015
Western Bombing Campaigns Will Lead to Nothing
![]() |
| Präsident Hollande bekämpft ISIS-Terror mit Bombenterror in Syrien. |
Das bereits im vollen Gange befindliche Flächenbombardement durch die westliche und russische Luftwaffe in Syrien wird letztendlich zu mehr Terrorismus und zur Destabilisierung westlicher Gesellschaften führen. Afghanistan, Irak und Libyen lassen grüßen. Dass sich nach den Anschlägen von Paris jetzt auch noch die Deutschen und Briten bemüßigt gesehen haben, sich in Solidarität mit Frankreich zu üben, bedeutet nur noch mehr Öl ins Feuer zu gießen.
Weder die Anschläge vom 11. September 2001 noch die von Paris vom 13. November 2015 waren hinreichende Gründe, um den Bündnisfall für die NATO oder die EU auszulösen. Weder die USA noch Frankreich wurden durch eine fremde Macht von außen angegriffen. Die Bush-Regierung hatte innerhalb der NATO erstmalig in der Geschichte der Militärallianz den Bündnisfall durchgedrückt. Präsident Hollande hat ähnliches aufgrund Artikel 42 des EU-Vertrages getan. Beide Ereignisse wurden durch ein Lügengebäude gerechtfertigt.
In Afghanistan wollten die Freunde der CIA, die Taliban, Bin Laden, den angeblichen Drahtzieher der Anschläge von 9/11 nicht ohne eindeutige Beweise seitens der USA an Bush ausliefern. Beweise konnten bis heute nicht vorgelegt werden, selbst das FBI nennt Bin Laden nicht als Drahtzieher. Die verhängnisvolle Geschichte der Überfälle auf Afghanistan und Irak ist hinreichend bekannt.
Auch Frankreich hat beim Sturz von Muammer Gaddafi, dem ein Angriff der französischen Luftwaffe am 19. März 2011 vorausging, um angeblich die "Zivilbevölkerung" zu schützen, die aber gar nicht bedroht war, seinen Bombenkrieg auf dieser Lüge aufgebaut. Nachdem das Massaker der westlichen Alliierten - Frankreich, Großbritannien und der USA - zu Ende war, waren 50 000 Zivilisten tot. Soviel zum Schutz der Zivilbevölkerung durch die westlichen Aggressoren. Geradezu frivol hat sich die potenzielle US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton über den Tod Gaddafis auf CBS-News geäußert: "We came, we saw, he died." Sowohl Clinton als auch die Moderatorin brachen in schallendes Gelächter aus.
Wie lange will die westliche Kriegsallianz ISIS bombardieren? 14 Jahre wie in Afghanistan? Der "Erfolg" dort war durchschlagen. Das Ergebnis des Bombenterrors gegen ISIS wird in Form von "blowbacks" den europäischen Staaten um die Ohren fliegen. Wen wollen die westlichen Mächte an Stelle des legitimen Präsident Baschar al-Assad einsetzen? US-Präsident Obama hat bereits vor fünf Jahren lauthals verkündet: "Assad has to go!" Obama wird in knapp einem Jahr Geschichte sein, Assad dagegen wohl noch immer im Amt.
In der Öffentlichkeit geistert die Legende von einer Armee von 70 000 sogenannten moderaten Rebellen umher, auf die der Westen sein Hoffnung setzt. Bisher hat man aber in Syrien von dieser "moderaten" Armee nichts gesehen. Vielleicht sind es aber auch nur 70, wie Robert Fisk im "Independent" süffisant betont. Der vermeintliche Rest kämpft mit der terroristischen Al-Nusra-Front oder innerhalb der anderen 81 Rebellengruppen. Die sogenannten moderaten Rebellen scheinen zum Enthaupten Andersgläubiger nicht den Säbel, sondern "nur" eine Messer zu benutzen, was den gleichen Effekt hat. Diese "guten" Rebellen sind nichts weiter als ein Wunschtraum der westlichen Aggressoren, deshalb fliegt das russische Militär auch Einsätze gegen sie, weil es keinen Unterschied zu ISIS und Al-Nusra gibt.
Dem Westen geht es in Syrien nicht um die Zerstörung von ISIS sondern um den Sturz Assads. Präsident Vladimir Putin hat diesen Plan durch sein Engagement durchkreuzt, dafür wurde er durch den Abschuss eines Kampfbombers durch die Türkei und mit Zustimmung der USA bestraft. Im Gegensatz zu Russland sind die westlichen Mächte als Aggressoren in Syrien eingefallen und verletzen die Souveränität des Landes, weil sie von niemandem eingeladen worden sind. Nur der irakische Ministerpräsident Al-Abadi hat die USA und die Briten eingeladen, ISIS in Irak zu bombardieren.
Die westlichen Militärs wissen nur zu gut, das Bombardements noch nie einen Konflikt entschieden haben. Wenn die ersten Videoaufnahmen von zerfetzten Leichen, verursacht durch die westlichen Bomber, auftauchen werden, werden sich viele Muslime im Westen veranlasst sehen, ihren Glaubensbrüdern in Syrien zur Hilfe zu eilen oder Vergeltung in London, Paris oder Berlin zu üben. Wie werden nach einigen Jahren wohl die westlichen Regierungschefs auf ihre erfolglosen Luftangriffe reagieren? Weder westliche Interventionen in Afghanistan, Irak, Libyen oder Mali haben die Sicherheit des Westens erhöht. Warum sollte dies jetzt gerade in Syrien anders sein?
Nicht-Einmischung ist das Gebot der Stunde. Der Westen sollte Abschied nehmen von der Idee, al-Assad zu stürzen und stattdessen die Waffenlieferungen und Finanzströme aus Saudi-Arabien, Katar und der Türkei stoppen und die Syrer vor Ort gegen ISIS kämpfen lassen. Das Problem ist nicht Al-Assad oder ISIS, sondern Saudi-Arabien, Katar und die Türkei.
Freitag, 4. Dezember 2015
Ayatollah Khameneis Rede an die Jugend des Westens
| Ayatollah Khamenei addresses Western Youth. |
Zum wiederholten Mal hat sich Irans geistliches Oberhaupt, Ayatollah Ali Khamenei, an die Jugend des Westens gewandt und sie aufgefordert, "die Bedrohung durch den Terrorismus und dessen Wurzeln in der Welt zu überdenken und einen tiefen Einblick in den Islam zu finden." Anlass ist der jüngste "blinde Terrorismus" in Paris. Der größte Teil der Jugendlichen sei falsch und schlecht informiert über den Islam, weil die Medien voreingenommen für Israel und den Zionismus seien. Die Muslime lebten in einem Klima von Islamophobia und Verzweiflung, die dazu beigetragen hätten, dass sich Teile von ihnen dem militanten und jihadistischen Bewegungen angeschlossen hätten. Das Übel des Terrorismus begann 1979 mit den "Segnungen" der USA in Afghanistan.
Dass Iran von der westlichen politischen Klasse und ihren folgsamen Medien so heftig bekämpft werde, liege in seiner Unterstützung für Palästina und seinem Widerstand gegenüber dem westlichen Imperialismus begründet. Beides nicht vergebbare "Sünden". Der Ton von Khameneis Rede ist freundlich, ruhig, intelligent und mitfühlend. Er forderte, dass "die Trauernden im Westen über die französische Tragödie für einen Moment innehalten". Heute gebe es nur "sehr wenige Menschen, die nicht informiert über die Rolle der Vereinigten Staaten von Amerika bei der Erschaffung, Pflege und Bewaffnung von Al-Qaida, der Taliban und ihrer unheilvollen Nachfolger sind". Die US-Invasion im Irak hat zu dem Chaos geführt, das den sogenannten Islamischen Staat (ISIS) erst geschaffen hat.
Vielleicht gibt es in den Staats- und Konzernmedien noch einige wenige mutige Journalisten/innen, die über diese Rede schreiben könnten. Nicht der schiitische Islam stellt eine Gefahr für den Westen dar, sondern die saudi-arabische Variante. Der "Freund" und "Verbündete" der USA und seiner westlichen Satellitenstaaten ist das größte Problem im Kampf gegen den Terror. Ein Kampf gegen ISIS ergibt nur dann einen Sinn, wenn der Westen bereit ist, auch gegen Saudi-Arabien und Katar militärisch vorzugehen.
Dienstag, 1. Dezember 2015
Deutschland zieht in den "Krieg gegen den Terror"
| Alle Welt vereint im Kampf gegen den Terror. |
Rache und Vergeltung für die brutalen Anschläge von Paris sind ein ebenso schlechter Ratgeber wie es der Kreuz- und Rachefeldzug der neokonservativen Bush-Krieger nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gegen Afghanistan war. Das Afghanistan-Abenteuer ist nach 14 Jahren Besatzung eine totaler Fehlschlag, ebenso wie der Überfall der USA samt seiner willigen Vollstrecker im Irak in einem Desaster geendet und dem Westen ISIS beschert hat. Selbst nach dem Libyen-Fiasko, das die beiden "Großmächte", Frankreich und Großbritannien, mit Hilfe der USA im Hintergrund angerichtet haben, scheinen die westlichen Geostrategen immer noch nichts dazugelernt zu haben. Wer legitimiert die westlichen Staaten dazu, Umstürze fremder Regierungen zu einem Geschäftsmodell von "Demokratien" zu machen? Als Folterer war das Assad-Regime den USA ein willkommener Partner. Der Aufstand gegen Präsident Baschar al-Assad wurde 2011 auf die gleiche Weise vom US-Geheimdienst initiiert wie der Putsch in der Ukraine und die anderen von der CIA angezettelten "orangenen Revolutionen". In Syrien bediente man sich der Muslimbruderschaft und in der Ukraine der Faschisten. Die CIA könnte als die staatliche Terrororganisation par excellence bezeichnet werden, wenn man das jüngste Buch von David Talbot, "The Devil’s Chessboard: Allen Dulles, the CIA, and the Rise of America’s Secret Government", liest.
Beim G20-Treffen im türkischen Belek waren die Verursacher und Sponsoren der islamistischen Terrororganisationen in Eintracht versammelt. Der Hauptsponsor und Förderer von ISIS und Al-Nusra-Front, König Salman von Saudi-Arabien, saß verschmitzt lächelnd zwischen den Opfern der saudi-arabischen Politik. Nicht ISIS ist das Hauptproblem des Westens, sondern die saudi-arabische Diktatur und deren Hintermänner, die salafistisch-wahabitischen "Islamgelehrten". Diese extremste Form des Islam ist neben dem Rohöl seit 60 Jahren Saudi-Arabiens Exportschlager. Das saudische Regime wird von den USA auch deshalb verhätschelt, weil es nicht das Existenzrecht Israels in Frage stellt und dem Iran feindlich gegenübersteht. Endlich scheint man die destabilisierende Rolle Saudi-Arabiens auch in deutschen Gehimdienstkreisen wahrzunehmen.
Die Enthauptungen und Kreuzigungen von ISIS, über die sich der Westen zu Recht echauffiert, sind in Saudi-Arabien an der Tagesordnung. Bis heute wurden über 150 Menschen enthauptet, mehr als von ISIS. Weitere 50 erwartet die Hinrichtung. Von Protesten der westlichen Freunde und Verbündeten dieser barbarischen Diktatur ist nichts zu vernehmen, weil der Westen diesen Despoten nur seine neusten Waffensysteme verkaufen will. Erst im Sommer haben die Saudis Henker-Stellen öffentlich ausgeschrieben, weil die saudischen Enthaupter überlastet seien. Der israelische Rechtsextremist Moshe Feiglin stellte sich in einem TV-Klipp "freiwillig als Henker" - wohlgemerkt in Palästina - zur Verfügung. Er wolle die Exekutionen von "Terroristen" eigenhändig ausführen, so ließ er verlauten.
Auch der zweite Verbündete des Westens, der neo-osmanische Sultan Recep Tayyip Erdogan, gehört zu den Förderern von ISIS und der Al-Nusra-Front. Sein primäres Ziel ist der Sturz von al-Assad, gleiche Priorität aber hat sein Krieg gegen die Kurden in der Türkei und gegen die kurdische Widerstandsorganisation PKK im Irak. Die Türkei hat aktiv die ISIS-Terroristen mit Waffen und logistisch unterstützt. So konnten die "Kämpfer" aus dem Westen ungehindert durch die Türkei nach Syrien reisen und zum Teil im Zuge des Flüchtlingsstroms nach Europa zurückkehren. Die Flüchtlingswelle über die Türkei benutzt das Land, Europa unter Druck zu setzen. Folglich haben sich die europäischen Politiker in Brüssel bemüßigt gesehen, mit den Vertretern des Erdogan-Regimes eine Visumsfreie Einreise von Türken in die EU zu vereinbaren, plus drei Milliarden Euro als Flüchtlingshilfe. Ein repressives und autoritäres Regime wird so von einer immer autoritärer werdenden Europäischen Union verhätschelt, die vorgibt, westliche und demokratische Werte zu repräsentieren. Die EU offenbart in der Flüchtlingskrise erneut ihr geballtes Unvermögen, das sich auch schon in der Euro-Dauerkrise gezeigt hat.
Saudi-Arabien und die Türkei konnten ihre Unterstützung der mittelalterlichen Fanatiker solange ungehindert fortsetzen, bis Russland aktiv in den Konflikt auf Seiten al-Assads eingegriffen hat. Es sei darauf hingewiesen, dass Präsident Putin der einzige Staatsmann ist, der in Syrien das Völkerrecht und das Recht der legitimen syrischen Regierung auf Souveränität verteidigt, wohingegen der Westen aktiv die Terroristen unterstützt, ja selbst "moderate" Terroristen ausbildet und trainiert. Russland ist der einzige Staat, der sich rechtmäßig in Syrien engagiert, weil er von der syrischen Regierung um Beistand gebeten worden ist. Dass dem Erdogan-Regime dieses militärische Engagement ein Dorn im Auge ist, zeigt der absichtliche Abschuss eines russischen Kampfbombers über syrischem Gebiet. Eine bewusste Provokation und ein "Dolchstoß" in den Rücken Russlands, wie es Putin formuliert hat. Am Rande des Klimagipfels in Paris warf Putin Erdogan vor, massiv Rohöl aus den vom ISIS und "anderen terroristischen Organisationen" kontrollierten Gebieten in die Türkei einzuführen. "Wir haben allen Grund anzunehmen, dass die Entscheidung, unser Flugzeug abzuschießen, von dem Willen gelenkt war, die Ölversorgungslinien zum türkischen Territorium zu schützen", sagte Putin.
Neben Saudi-Arabien und der Türkei sollte Israel ebenfalls in den Fokus des westlichen Interesses rücken. Israel fördert die Al-Nusra-Front und behandelte in den letzten 16 Monaten über 1 000 verwundete Kämpfer kostenlos in seinen Krankenhäusern. Wie viele davon waren ISIS-Kämpfer? Die Netanyahu-Regierung hält sich auffällig mit Kritik am ISIS zurück, wie auch der ISIS die israelische Unterdrückung der Palästinenser nicht kritisiert. Nach dem Motto, der Feind meines Feindes ist mein Freund, lehnt Israel sowohl Iran als auch die Hisbollah ab und paktiert mit den Terroristen von Al-Nusra und ISIS. Die israelische Luftwaffe hat Angriffe für die so genannten moderaten Rebellen und die Al-Nusra-Front gegen Assad geflogen. Dies wurde von den UNDOF-Beobachtern (UN Disengagement and Observer Force) berichtet, die auf den Golan-Höhen stationiert sind.
Obwohl die israelische Regierung in ihrer Rhetorik eine Verbindung zwischen Hamas und ISIS hergestellt hat, gibt es auch eine Übereinstimmung in ihrer gemeinsamen Feindseligkeit gegenüber Hamas und der Behörde von Mahmoud Abbas. Durch den Widerstand der Palästinenser in Ost-Jerusalem und der Westbank ist der ISIS für die israelische Regierung nur noch zweitrangig. Netanyahu versteht bestimmt, dass die Palästina-Frage nicht verschwinden wird, für den ISIS lässt sich dies nicht so eindeutig sagen, obwohl ein Vergleich mit den Taliban in Afghanistan aufschlussreich für Israel und den Westen sein sollte, wenn sie gegen den ISIS militärisch losschlagen und die Organisation vernichten wollen. Obgleich US-Präsident Obama für eine breite Koalition gegen den ISIS aufgerufen hat, steht Israel abseits und beteiligt sich nicht an dem geplanten Zerstörungswerk des Westens. Israel scheint mit dem islamistischen Kalifat gut leben zu können.
Im Juni erklärte Netanyahu gegenüber dem "Institute for National Security Studies" an der Universität von Tel Aviv: "ISIS ist gut für Israel". Die USA sollten sich aus dem Irak heraushalten und abwarten, bis die ISIS-Kämpfer die irakische Regierung besiegt hätten und der Irak untergegangen sei. "Das wird den Einfluss des Iran in der arabischen Region schwächen", sagte Netanyahu. Dass die Israelis sich keine Sorgen um ISIS machen brauchen, ist der Tatsache geschuldet, dass der ISIS eine Kreation der CIA, des Mossad und des saudi-arabischen Geheimdienstes ist. Abu Bakr Al Baghdadi wurde über ein Jahr lang vom Mossad ausgebildet. Alle anderen führenden ISIS-Terroristen wurden in Fort Bragg in Nord-Carolina, USA, trainiert.
Wie schon beim Überfall auf den Irak spielt Israel auch jetzt eine fragwürdige Rolle in Sachen Al-Nusra-Front und ISIS. Obama konnte noch in letzter Minute einen Angriff auf den Iran verhindern, den Netanyahu über Monate lautstark gefordert hat. Nun scheint Obama aber bereit zu sein, zusammen mit den anderen westlichen imperialen Mächten gegen seine eigene Kreation, ISIS, vorzugehen, um Assad zu stürzen und seine "moderaten" Terroristen als Marionetten in Damaskus zu installieren. Russland sollte dies mit allen Mitteln zu verhindern suchen. Die Beispiele Afghanistan, Irak und Libyen scheinen dem Westen noch nicht zu genügen. Viel wichtiger wäre es dagegen, Saudi-Arabien, Israel und die Türkei in die Schranken zu weisen, damit sie ihre Unterstützung von ISIS einstellen. Gelingt dies nicht, wird ISIS weiter Zwietracht in Europa säen, die letztendlich zur Selbstzerstörung Europas führen wird.
Abonnieren
Posts (Atom)
